Michael Schünemann beim SovD in Holzminden und im Gesundheitszentrum Stadtoldendorf

 

Seniorenzentrum im Stadtoldendorfer Gesundheitszentrum wächst

Noch herrscht Baustelle in einem Bereich der zweiten Etage des ehemaligen Stadtoldendorfer Krankenhauses. Doch schon bald sollen hier Bewohner einziehen. Das Seniorendomizil „Haus Charlotte“ wächst kräftig weiter. „Bis Anfang des nächsten Jahres sollen in diesem Abschnitt zehn weitere Bewohner Platz finden“, erzählen die Betreiber Ulrike und Axel Everding der FDP – Sozialpolitikerin Sylvia Bruns (MdL) und dem unabhängigen Landratskandidaten Michael Schünemann bei ihrem Besuch. Derzeit bietet das „Haus Charlotte“ Platz für 36 Senioren. Bis zum nächsten Jahr sollen es 46 werden. Doch bis dahin ist es noch ein längerer Weg. Im Rohbau müssen Leitungen gelegt oder Türen eingesetzt werden. Ebenso müssen Anträge auf mehr Pflegeplätze ausgestellt werden. „In der Regel dauert das drei Monate“, so Axel Everding. 

Auf insgesamt drei Etagen ist das Seniorendomizil beheimatet. Begonnen hat alles im Februar 2015 mit 16 Betten und Betreuungsräumen in der zweiten und dritten Etage. Zunächst waren es zehn Bewohner. „Aufgrund der Nachfrage konnten wir uns schnell erweitern“, so Ulrike Everding. Der Bezug eines Teils der ersten Etage folgte.  „Dort leben die Senioren, die noch nicht so viel Pflege benötigen, sondern auch durchaus noch selbständig sind“, so die Inhaberin. Im vergangenen Jahr folgte der erste Abschnitt der Erweiterung in Etage Zwei. „Seit Frühjahr sind wir hier fertig“, erklärt Axel Everding. Die ersten Räume wurden bezogen. Die Zimmer haben eine Größenordnung von 25 bis 35 Quadratmetern und werden entweder als Einzel- oder Doppelzimmer vermietet. Auch Ehepaare können zusammen einziehen. Rund 30 Mitarbeiter kümmern sich um das Wohl der Senioren im Alter von 69 bis 95, berichtet Pflegedienstleitung Elke Bolz. Darunter auch fünf Auszubildende. Das Wohl der Bewohner liegt dem gesamten Team am Herzen. So sehr, dass die Inhaber zwei Nachtwachen täglich einsetzen. „Dabei müssten wir laut Gesetz bis 50 Bewohner nur eine Nachtwache einsetzen. Aber das sehen wir als zu wenig an“, so das Ehepaar. 

Ob Bingo, Kegeln oder Gesellschaftsspiele. Jeden Tag wird zusätzlich zum Essen ein Unterhaltungsprogramm angeboten, an dem die Bewohner teilnehmen können. 

Sie und ihr Mann haben den Großteil der Investitionen aus Eigenmitteln getätigt. Ein besonderer Plan für den neuen Bereich, der im kommenden Jahr fertig werden soll: Ein Palliativbereich. „Wir haben bereits geschultes Personal und möchten dies ebenfalls anbieten. Der Bereich solle extra abgetrennt werden, damit die Angehörigen die Bewohner in Ruhe auf ihrem letzten Weg begleiten können. 

Neues Angebot beim SovD: Teilhabeberatung

Das Ehrenamt, das hier ausgeübt wird, ist nicht mit Geld zu bezahlen“, äußert sich Michael Schünemann, unabhängiger Landratskandidat beim Besuch des Sozialverband Holzmindens. Gerade in seinem aktuellen Job als Leiter der Gebäudewirtschaft beim Landkreis komme er immer wieder mit den Hürden der Inklusion in Kontakt. So auch beim Herstellen von Barrierefreiheit in öffentlichen Gebäuden. „In diesem Bereich ist in den vergangenen Jahren viel im Kreis versäumt worden“, so Schünemann. Für seine mögliche Funktion als Landrat verspricht er diese Missstände umgehend angehen zu wollen. „Dennoch müssen wir darauf achten, nur das Geld auszugeben, das auch da ist“, ergänzte FDP-Kreisvorsitzender Hermann Grupe (MdL). Man müsse mit den vorhandenen Mitteln das Bestmögliche herausholen. Überall, wo es in die Umsetzung von Barrierefreiheit geht, will Schünemann sich in enger Abstimmung den Rat des Verbands einholen.

Diese Aussage freut Detlef Schomburg, Kreisvorsitzender des SoVD. Er sieht es als seine Aufgabe und die der insgesamt 20 untergeordneten Ortsverbänden im Kreis an, auf die Bevölkerung zuzugehen, sie immer wieder darüber aufzuklären, wie wichtig Inklusion sei und wie diese gelebt werde. Schünemann stimmt zu: „Das persönliche Gespräch mit den Leuten ist immens wichtig“. 

Persönliche Beratung erhalten alle Menschen mit Behinderungen, von Behinderung bedrohte, aber auch Angehörige kostenlos seit April 2018 bei dem Projekt „Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung“, kurz EUTB,  des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Die sozialpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion im Niedersächsischen Landtag Sylvia Bruns hält dieses Angebot für sehr unterstützenswert. „Im ländlichen Raum ist das für die Menschen von besonderer Bedeutung“.

 Dafür in Holzminden verantwortlich ist Astrid Stapel. Sie möchte allen Ratsuchenden helfen und versteht sich als „Wegweiser“. Die Fragen zur Teilhabe können einzelne Themen und abhängig von der persönlichen Situation sein. „Egal ob Arbeit, Ausbildung oder Freizeit“, so Stapel. Kürzlich habe sie zum Beispiel eine Mutter dabei unterstützt, in der Schule für einen Nachteilsausgleich für den Sohn, der eine nachgewiesene Rechenschwäche hat, zu erhalten.